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Die Arbeiten von Anne-Marie Stöhr (*1969 in Saarbrücken) entfalten eine kraftvolle Bildsprache jenseits des Gegenständlichen. Linien und Farbflächen verweben sich zu lebendigen Strukturen, die mit spontaner Geste und zugleich entschlossener Klarheit aufeinandertreffen. So entstehen dynamische Geflechte, die bisweilen an textile Muster oder Webarbeiten erinnern. Die bevorzugte Technik der 2019 aus den USA zurückgekehrten Malerin, Tinte auf Papier, verleiht den Kompositionen eine besondere Intensität und Präsenz.

Im Dialog dazu steht eine Auswahl aus dem Œuvre von Marcia Raquel Székely (*1976 in São Paulo). Ihre Arbeiten lassen sich als „Gedankenspiele zwischen vergänglicher, zerbrechlicher Stabilität, unsicherem Gleichgewicht und erhoffter Leichtigkeit“ beschreiben. Kontraste zwischen strengen Linien und kreisenden Bewegungen erzeugen eine spannungsreiche Balance, die zugleich fragil und dynamisch wirkt.

Conny Luley (*1962 in Burgas) wählt einen anderen Zugang: Ihre reduzierten Bildwelten öffnen den Raum für kontemplative Stimmungen. Mit feiner Sensibilität nimmt sie die Betrachtenden mit in Traumlandschaften, die von der erhabenen Schönheit der Natur erzählen, einem Motiv, das schon KünstlerInnen vergangener Epochen inspiriert hat. Der gezielte Einsatz von Licht und Reduktion lässt ihre Werke von einer stillen Poesie durchdrungen erscheinen.

Gemeinsam ist den drei Positionen ein schwungvoller Gestus, der Bewegung und Leichtigkeit vermittelt, ebenso wie die thematische Nähe zu Wolken und Naturbildern. Dabei entfaltet jede Künstlerin ihre eigene, unverwechselbare Sprache, die von kraftvollen Linien über fragile Balance bis hin zur stillen Traumlandschaft führt. (Amelie Jeck)